Vorlage - 2010/213
|
|
Die durch den Kreistag am 03.12.2008/10. Juni 2009 beschlossenen Handlungsschwerpunkte enthielten die den Fachdienst Jugendamt betreffenden folgenden fünf Handlungsschwerpunkte:
- Aufbau von Präventionsketten über die Geburt und die Kindertagesstätten/Tagespflege bis hin zum Besuch der Grundschule
- Intensivierung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung durch Vereinbarungen mit Trägern, Verbänden und Kindertagesstätten. Im Januar 2010 liegt dazu ein Kinderschutzbericht vor.
- Fortsetzung und Realisierung des Konzeptes zur Erziehung, Bildung und Betreuung von Kinder im Landkreis Peine
- Installieren eines Frühwarnsystems im Landkreis Peine
- Gründung eines Bündnisses für Familien
Von diesen 5 Handlungsschwerpunkten sind 4 ganz oder teilweise umgesetzt.
- Aufbau von Präventionsketten: Von der Schwangerschaft über die Geburt und die Kindertagesstätten/Tagespflege bis hin zum Besuch der Grundschule.
Das Präventionsprojekt „Stark von Anfang an“ wurde durch den Jugendhilfeausschuss installiert. Ziel dieses Projektes ist es, allen Kindern im Landkreis Peine bis zum Schuleintritt gleich gute Ausgangsbedingungen für ihre weitere Entwicklungs- und Bildungslaufbahn zu sichern. Es geht hier um die sozialraumorientierte Ergänzung der vorhandenen Angebotsstruktur für 0-6jährige und ihre Familien; ein Schwerpunkt hierbei ist der Aufbau von Präventionsketten.
Es wurden in enger Kooperation mit der Lenkungsgruppe folgende Teilprojekte entwickelt:
a) das im Oktober dieses Jahres gestartete Landesprojekt „Erziehungslotsen“
Handlungsschwerpunkt dieses Projektes ist die niedrigschwellige alltagsorientierte Begleitung und Unterstützung von Familien, bevor es zu Überforderungssituationen kommt. Zur Zeit werden 18 geeignete ehrenamtliche Mitarbeitende qualifiziert. Im Februar 2011 beginnen die Praxiseinsätze.
b) das im November dieses Jahres gestartete Angebot „begleitete Krabbelgruppen“.
In interkulturell zusammengesetzten und durch eine Moderatorin begleiteten Mutter-Kind-Gruppen sollen insbesondere Mütter in belasteten Lebenssituationen integriert werden.
c) das im Oktober dieses Jahres auf den Weg gebrachte Angebot „FuN-Familie und Nachbarschaft“
Dieses alltags-, handlungs- und erfahrungsorientierte Gruppenprogramm zielt auf die Verbesserung der Interaktion in der Familie und die Vernetzung im sozialen Umfeld. Daneben werden Kooperationsbezüge zwischen den familienbegleitenden Diensten im Sozialraum hergestellt.
d) das interdisziplinäre Angebot „ELBA – Eltern-Baby-Treff“
In Kooperation mit Familienhebammen bietet das Jugendamt zweimal wöchentlich das interdisziplinäre Projekt „ELBA – Eltern-Baby-Treff“ an. Zielgruppe sind Schwangere und junge Eltern mit einem Säugling oder Kleinkind bis zu einem Alter von einem Jahr. Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, junge Familien möglichst früh zu erreichen, zu beraten und ggf. in Beratungs- und Unterstützungsangebote zu vermitteln, um Überforderungssituationen von vornherein zu vermeiden. Es handelt sich um ein niedrigschwelliges Angebot, das sich durch einen unbürokratischen Zugang, Freiwilligkeit und Alltagsnähe auszeichnet. Neben der Möglichkeit, sich mit anderen jungen Eltern auszutauschen und zu vernetzen bietet ELBA Beratung zu allen Fragen rund ums Kind und rund ums Elternsein. Darüber hinaus lernen die jungen Eltern soziale Institutionen kennen und werden bei Bedarf an Dritte vermittelt.
Somit ist der o. g. Handlungsschwerpunkt planmäßig umgesetzt.
- Intensivierung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung durch Vereinbarungen mit Trägern, Verbänden und Kindertagesstätten.
Im Jahr 2010 liegt ein Kinderschutzbericht vor.
Die Intensivierung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung durch Vereinbarungen mit Trägern, Verbänden und Kindertagesstätten wurde vollständig umgesetzt. Ergänzend hierzu wurde im Rahmen der AG78 im Zusammenwirkung freier und öffentlicher Träger im Landkreis Peine ein Vorschlag zur Übernahme als Schutzvereinbarung zwischen freien und öffentlichen Trägern erarbeitet. Die vorliegenden Arbeitsergebnisse geben unter anderem auch den Kindertagesstätten klare Informationen zum Thema Kindeswohlgefährdung und ergänzend zu den geleisteten Vereinbarungen hilfreiche Handlungsorientierungen.
Der Kinderschutzbericht wird z. Zt. erstellt und wird Ende des Jahres vorliegen. Er wird Auskunft geben über den bis 31.12.2010 erreichten Stand unseres Handlungskonzepts einerseits im Bereich der Prävention, anderseits im Bereich der Reaktion im Zusammenhang mit dem Kinderschutz.
Der o.g. Handlungsschwerpunkt ist planmäßig umgesetzt.
- Fortsetzung und Realisierung des Konzepts zur Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern.
Die Notwendigkeit frühe Bildung auszubauen und qualitativ auszubauen umfasst das Zusammenspiel mehrerer Akteure. Dieser Bericht umfasst die Arbeitsanteile des FD Jugend, die im Folgenden dargestellt werden sollen:
Das Projekt „Stark von Anfang an“ strebt an, ein enges Netzwerk von der Schwangerschaft und Geburt bis hin zur Einschulung und Betreuung der Schulkinder unter Einbeziehung familienorientierter Dienstleistungen sicherzustellen.
Der Ausbau der Krippenplätze bis 2013 wurde und wird vom Landkreis Peine u.a, durch folgende Maßnahmen begleitet und gefördert:
Der Landkreis gewährt aufgrund eines Kreistagsbeschlusses auch für die Einrichtung von Krippenplätzen eine Investitionskostenförderung analog den Richtlinien zur Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des Baus von Kindergärten. Die Träger von Kindertagesstätten werden ebenfalls seit 2006 durch Gewährung einer gestaffelten Betriebsförderung für Krippen unterstützt.
Im Rahmen des Landesprogramms der Sprachförderung zum Erwerb der deutschen Sprache im Elementarbereich beschäftigt der Landkreis Peine vier Sprachförderkrafte, weitere Kräfte sind bei der Stadt Peine eingesetzt. Die Mittelverwaltung obliegt dem Landkreis Peine.
.
Um die Qualität und Fort- und Weiterbildung der pädagogischen Fachkräfte in den Kitas sicherzustellen hat sich im April dieses Jahres die AG Kinderbetreuung gegründet. Hier geht es auch um die Entwicklung vergleichbarer Qualitätsstandards für alle. Gleichzeitig nehmen die Kindertagesstätten die Weiterqualifizierung durch die Fachdienstleitung des Jugendamtes in Anspruch und haben die Möglichkeit, eine anonymisierte Fallberatung durch eine Fachkraft nach § 8 a SGB VIII einzufordern.
Die Einrichtung eines Begrüßungsservice für alle Neugeborenen im Landkreis Peine wurde durch den FD Jugend umgesetzt.
Der wohnortnahe Ausbau der Tagespflege wird durch das Familienservicebüro vorangetrieben. Die Organisation und Fortbildung der Tagespflegepersonen erfolgt nach dem Curriculum des deutschen Jugendinstituts. Zusätzlich werden in Kooperation mit der Volkshochschule weitere Qualifizierungsmodul angeboten. Als Pilotprojekt wurde die Zusatzqualifikation „ Tagespflege für behinderte Kinder erfolgreich abgeschlossen. Aktuell wird das Aufbaumodul „ Gesundheitsförderung in der Tagespflege angeboten. Darüber hinaus organisiert das Familien- und Kinderservicebüro für Tagespflegepersonen jährlich vier bis fünf Fortbildungen in Kooperation mit der Volkshochschule als Bildungsträger. Zur Erweiterung des Fortbildungsangebotes bietet das Familienservicebüro monatlich einen fachspezifischen Themenabend. Das Angebot an qualifizierten Tagespflegepersonen wird durch die dargestellten Ausbildungsgänge ständig erhöht. Geplant ist die Konzeptionierung neuer Betreuungsmodelle gemeinsam mit den Trägern der Kindertagesstätten und Krippen, um durch eine gemeinsame, übergreifende Nutzung von Räumlichkeiten ein erweitertes, noch flexibleres Angebot vorhalten zu können.
Mit der Einrichtung einer Internetseite im Herbst 2008 wurde einer bedarfsgerechten und flexiblen Informationsvermittlung Rechnung getragen. Das Internetportal bietet neben dem Informationsgehalt für Tagespflegepersonen und Eltern die Möglichkeit, sich online über bestehende Betreuungsmöglichkeiten zu informieren.
Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche bietet einen Elternkursus zur Stärkung der Elternkompetenz „Das Kind im Blick“ an.
Somit wurde der o.g. Handlungsschwerpunkt planmäßig umgesetzt.
- Installieren eines Frühwarnsystems bei Kindeswohlgefährdung
Wirksamer früher Kinderschutz erfordert eine gute Vernetzung und die systematische und tragfähige Zusammenarbeit zwischen dem Fachdienst Jugendamt, den Einrichtungen freier Träger der Jugendhilfe, der Frühförderung, den Kitas, der Kinderärztinnen und Kinderärzten, der Polizei, der Familiengerichte usw. Im Landkreis Peine hat sich daher der Arbeitskreis „frühe Hilfen“ gebildet. Hier wird an einer freiwilligen Kooperationsvereinbarung aller Beteiligter, also insbesondere auch von Beteiligten, die keine Leistungen nach dem SGB VIII erbringen, gearbeitet.
Ziel ist das Erstellen einer Präventionskette beim Verdacht einer Kindeswohlgefährdung .
Der o.g. Handlungsschwerpunkt wurde teilweise erfüllt. Das Installieren eines Frühwarnsystems wird Ende 2011 umgesetzt sein.
- Gründung eines Bündnisses für Familien
Dieser Handlungsschwerpunkt ist noch nicht umgesetzt worden; allerdings liegt ein durch das Familienservicebüro erstelltes Grobkonzept zum Bündnis für Familien vor.