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Landkreis Peine
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Informationen für zukünftige Pflegestellen

1. Leitgedanken

2. Formen der Hilfe zur Erziehung in einer anderen Familie

3. Ablauf des Bewerberverfahrens vor Aufnahme eines Pflegekindes

4. Generelle Voraussetzungen zur Erteilung einer Pflegeerlaubnis

5. Leistungen des Pflegekinderdienstes

6. Fragebogen I für Pflegestellenbewerberinnen / -bewerber

 

 

 

1. Leitgedanken

 

Jedes Kind hat ein Recht auf Erziehung, Sicherheit und Geborgenheit!

Nicht alle Kinder können zu jedem Zeitpunkt in ihrer Familie aufwachsen. Eltern können aus unterschiedlichen Gründen in Situationen kommen, in denen sie – vorübergehend oder dauerhaft – nicht in der Lage sind, ihren Kindern das zu geben, was diese für eine gesunde Entwicklung benötigen. Pflegestellen bieten diesen Kindern die Chance in einem familiären Umfeld aufzuwachsen und frühere, zum Teil belastende Erfahrungen zu verarbeiten und durch neue Beziehungserfahrungen zu ergänzen und/oder zu ersetzen.

Pflegekinder sind keine Adoptivkinder. Auch wenn sie dauerhaft in einer anderen Familie leben, bleiben die verwandtschaftlichen Beziehungen bestehen. Pflegekinder bleiben immer die Kinder ihrer leiblichen Eltern, die Pflegefamilie ergänzt und unterstützt dort, wo die leiblichen Eltern das Recht der Kinder/Jugendlichen auf Erziehung, Versorgung und Betreuung selber nicht sicherstellen können. Familien, die ein Pflegekind aufnehmen, benötigen Zeit, Raum, Geduld und die Fähigkeit, Kinder zu erreichen um individuell auf sie einzugehen, vor allem dann, wenn sie Überraschungen bieten. Eine weitere grundsätzliche Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich auf die leiblichen Eltern einzulassen und mit Ihnen und uns zusammen zu arbeiten.

2. Formen der Hilfe zur Erziehung in einer anderen Familie

Im Folgenden werden die unterschiedlichen Formen der Vollzeitpflege dargestellt. Vorab ist jedoch festzustellen, dass vom Grundsatz her darauf hingewirkt werden soll, dass Pflegeverhältnisse nicht länger als nötig bestehen. Auf dieser Grundlage wird daher gleichzeitig mit den leiblichen Eltern gearbeitetwird, um eine Rückführung des Kindes in seine Herkunftsfamilie zu ermöglichen.

Der Pflegekinderdienst Peine unterscheidet zwischen folgenden Formen der Vollzeitpflege (§ 33 Satz 1 SGB VIII) als zeitlich befristete Erziehungshilfe oder als auf Dauer angelegte Lebensform

  • Kurzzeitpflege: unterstützt als erzieherische Hilfe Kinder während des kurzfristigen Ausfalls seiner Erziehungsberechtigten.
  • Bereitschaftspflege: entsteht aus einer akuten Krisensituation für das Kind und ist ebenfalls zeitlich befristet. Dabei soll so zeitnah wie möglich die Perspektive für das Kind geklärt werden.
  • Verwandtschaftspflege: ist immer dann gegeben, wenn Kinder oder Jugendliche bei Verwandten oder Verschwägerten bis zum 3. Grad für einen mehr als kurzfristigen Zeitraum über Tag und Nacht leben und von Verwandten primär versorgt werden. Die Verwandtenpflege bietet dem Kind bzw. dem Jugendlichen einen kurzfristigen oder längerfristigen Aufenthalt im familiären Rahmen. Personen, die ein Enkel/Verwandten/Kind in einer privaten Vereinbarung mit dem Sorgeberechtigten betreuen, benötigen keine Erlaubnis zur Vollzeitpflege (§ 44 Abs. 1 1.2 Nr. 3 SGB VIII) haben jedoch Anspruch auf Beratung durch das Jugendamt. Bei einer formellen Erlaubnis zur Vollzeitpflege ist die erfolgreiche Teilnahme an den Grundqualifizierungsmaßnahmen Voraussetzung.
  • Allgemeine Vollzeitpflege: wird von persönlich qualifizierten Einzelpersonen, Paaren und Lebensgemeinschaften durchgeführt, bei denen keine pädagogische Ausbildung vorausgesetzt wird und ist auf einen längeren Zeitraum oder auf Dauer angelegt.
  • Sozialpädagogische Vollzeitpflege: wird von persönlich qualifizierten und/oder fachlich ausgewählten Einzelpersonen, Paaren oder Lebensgemeinschaften durchgeführt. Sie erstreckt sich auf die Versorgung, Erziehung und Förderung von besonders entwicklungsbeeinträchtigten /verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen, die besondere Bedürfnisse haben. 
  • Sonderpädagogische Vollzeitpflege: wird von pädagogisch/psychologisch oder ggf. medizinisch, pflegerisch qualifizierten Einzelpersonen oder Lebensgemeinschaften durchgeführt. Sie bietet dem Kind, bzw. dem Jugendlichen einen längerfristigen Aufenthalt im familiären Rahmen. Der erzieherische, bzw. der behindertenspezifische Bedarf basiert in dieser Pflegeform auf die Beeinträchtigung des Kindes, die auch mit besonderen und gezielten sozialpädagogischen Zuwendungen nicht vollends behebbar sind, weil sie zu einer grundlegenden Persönlichkeitsstörung geführt haben oder weil es sich um eine schwere Behinderung oder lebensbedrohliche Krankheit handelt.

3. Ablauf des Bewerberverfahrens vor Aufnahme eines Pflegekindes

 

Jedes Familiensystem hat viele Stärken, aber auch hier und da seine Schwächen. Der Pflegekinderdienst strebt daher an, für ein Kind, das nicht mehr in seiner Herkunftsfamilie leben kann, die bestmögliche Pflegestelle zu finden. Das beiden Seiten zueinander passen, dient dem Wohl des Kindes ebenso wie dem gelingenden Zusammenleben aller Familienmitglieder. Aus diesen Gründen sind wir bemüht möglichst viel über unsere Pflegestellen zu erfahren. Das Bewerberverfahren dient dazu, wichtige Informationen zu erhalten.

Das Bewerberverfahren von Pflegeeltern verläuft im Rahmen eines kooperativen, transparenten Beratungsprozesses. Pflegestellen sind Partner der Jugendhilfe. Bei Erstanfragen von Pflegelternbewerbern werden beide Partner zu einem ersten Informationsgespräch eingeladen. Gibt es in einem Zeitraum mehr als fünf BewerberInnen, wird von den Fachkräften des Pflegekinderdienstes ein Informationsabend veranstaltet.

Vor einem zweiten ausführlichen Gespräch werden folgende Unterlagen der Bewerberinnen benötigt:

  • Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis von allen im Haushalt lebenden Personen über 18. Jahre
  • ein ärztliches Attest, nicht älter als ein Jahr,
    von einem Arzt, dem Sie seit min. einem Jahr bekannt sind
  •  tabellarischer Lebenslauf
  • Foto
  • Einkommensnachweise
  • Nachweise über Qualifikationen
  • Einverständniserklärung zur Datenerfassung, Datenweitergabe und Schweigepflichtentbindung gegenüber anderen Adoptions/-Pflegekindevermittlungsstellen, Jugendämtern und dem Pflegekinderdiensten der freien Trägern
  • Schufa- Auskunft

Nach einem zweiten ausführlichen Gespräch findet in der Regel ein Hausbesuch bei den PflegestellenbewerberInnen, von zwei Fachkräften gemeinsam statt. BewerberInnen, bei denen auf Grundlage der vorrausgegangenen Gespräche, keine wesentlichen Bedenken hinsichtlich eines Pflegeverhältnisses bestehen, nehmen im nächsten Schritt an einem Qualifikationskurs teil, um auf das Pflegeverhältnis entsprechend vorbereitet zu werden. Der Qualifikationskurs dient als Vorbereitung auf das Pflegeverhältnis, intensiviert den Kontakt und das Vertrauensverhältnis zwischen Pflegestelle und Pflegekinderdienst und setzt Schwerpunkte einer besonderen Eignung, beispielsweise für Kinder mit körperlichen oder geistigen Behinderungen. Zudem ist die Teilnahme beider Partner am Qualifizierungskurs Voraussetzung, um eine Pflegeerlaubnis zu erhalten.

4. Generelle Voraussetzungen zur Erteilung einer Pflegeerlaubnis

  • Ehepaare, Paare (auch gleichgeschlechtliche) und Einzelpersonen, welche den Kindern ein kontinuierliches Beziehungsangebot machen können.
  • Berufstätigkeit der BewerberInnen und die Versorgung der Kinder sollten sich altersentsprechend vereinbaren lassen.
  • BewerberInnen sollten über ein geregeltes Einkommen und geordnete finanzielle Verhältnisse verfügen. Das Pflegegeld darf nicht die Haupteinnahmequelle sein. 
  • Die Wohnverhältnisse müssen genügend Raum zur Entfaltung der Kinder bieten. Rückzugsmöglichkeiten sollten vorhanden sein.
  • Die BewerberInnen sind zu einer offenen Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, anderen beteiligten Institutionen und der Herkunftsfamilie bereit.
  • Alle Familienmitglieder und das soziale Umfeld stehen der Aufnahme eines Pflegekindes positiv gegenüber.
  • ausreichende Mobilität, um Kontakt zu Fachärzten, Therapeuten, Schulen, Einrichtungen usw. halten zu können 
  • Interesse an Fachwissen, Bereitschaft zur Fortbildung und Supervision
  • Erste Hilfe Kurs- je nach Pflegekinderwunsch speziell für Säuglinge und Kleinkinder
  • Die erfolgreiche Teilnahme an einem Grundqualifizierungskurs beider Partner

5. Leistungen des Pflegekinderdienstes

  • Weiterentwicklung des Konzeptes unseres Pflegekinderdienstes
  • Werbung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Vorbereitende Gespräche
  • Auswahl, Überprüfung und Qualifizierung geeigneter Pflegestellen
  • Vermittlung junger Menschen in geeignete Pflegestellen
  • Beratung, Begleitung und Unterstützung der Pflegestellen
  • Hilfestellungen bei Problemen
  • Perspektiventwicklung für Kinder/Jugendliche und Familien
  • Angebote zu Weiterbildungen, Supervisionen und Qualifizierungskursen
  • Organisation und Durchführung von gemeinsamen Veranstaltungen für Pflegestellen (Elternabende, Sommerfest, erlebnispädagogische Angebote…)
  • Qualitätssicherung- und -entwicklung

6. Fragebogen I für PflegestellenBewerberInnen (download)

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